Christensen bei Ritchie-Gala bester Deutscher
JC Ritchie weiß genau, wie man ein Golfturnier gewinnt. Der 31-jährige Südafrikaner hat zehnmal auf der Sunshine Tour gesiegt. Auf der HotelPlanner Tour kommt er auf vier Pokale. Allerdings ist sein letzter Triumph schon wieder drei Jahre her. Also wird es Zeit. Bei der German Challenge powered by VcG im Wittelsbacher GC ist er drauf und dran, ein Silberschale für seine Vitrine zu holen. Am Moving Day des einzigen Events der Serie auf deutschem Boden nutzte Ritchie die hervorragenden Bedingungen, stieg in der Mittagshitze mächtig in die Pedale und beendete Durchgang drei mit einer Tagesbest-65. Beeindruckend: JC Ritchie (Abkürzung steht für Juan Carlo) spielte neun Birdies auf dem Stretch von den Bahnen 8 bis 18.
Damit hat er den Top-Siegerscore des Events in Neuburg an der Donau bereits nach 54 Löchern geknackt. Der Spanier Alejandro Del Rey hatte 2022 bei seinem Sieg eine -17 nach vier Runden auf dem Konto. Ritchie braucht also noch eine gute Runde, um endlich wieder zu gewinnen, in der Order of Merit (aktuell auf Rang sechs) noch weiter nach vorne zu rutschen und einen Riesenschritt Richtung Liga eins zu machen. „Ich bin unglaublich zufrieden. Das war so ziemlich genau das, was ich mir wünschen konnte. Ich hatte eine Zeit lang keine Führung mehr, daher war ich zu Beginn des Tages etwas nervös. Am Anfang habe ich mir noch ein bisschen schwer getan bis zum ersten Birdie und ab dem gelochten Putt auf der Acht ging es dann schon sehr gut. Mit fünf Schlägen Vorsprung in den Finaltag gehen - da kann ich mich natürlich nicht beschweren. Ich denke aber nicht, dass die Führung meine Taktik morgen großartig beeinflussen wird. Ich bin gut drauf, habe viel Vertrauen in mein Spiel und hoffe, dass ich das morgen auch wieder abrufen kann“, sagte Ritchie.
Aber auch vier deutsche Spieler, die es am Freitag in den Cut geschafft hatten, konnten die Top-Bedingungen im Wittelsbacher GC nutzen und sich nach vorne schieben. Allen voran Tiger Christensen und Philipp Katich, die an einem herrlich sonnigen Sommersamstag beide eine 67 unterschrieben und sehr gut unterwegs sind auf dem Leaderboard. „Ich habe heute bessere Annäherungsschläge gemacht und lag oft innerhalb von fünf Metern zum Loch. Dann sind auch ein paar Putts gefallen. Vor allem die Par-5-Bahnen haben sich etwas leichter gespielt – teils mit Rückenwind, aber manche waren auch kürzer gesteckt. Ich muss auch morgen geduldig bleiben und den Fokus bei mir halten“, erklärte Christensen. Der Hamburger liegt bei gesamt -10 als bester Deutscher auf T11.
Einen Schlag dahinter teilen sich Katich und Tim Tillmanns, der seine dritte 69 auf der Karte stehen hatte, Rang 14 – und dürfen zufrieden sein. „Ich hatte mir heute vorgenommen, mehr auf die Fahnen zu gehen, was mir echt gut gelungen ist. An der 18 war der Abschlag im Gegensatz zu den ersten beiden Tagen 60 Meter kürzer gesteckt, daher konnte man da aggressiv an die Sache rangehen. Ich habe Driver und Eisen 6 gespielt und es hat sich mit einem Birdie ausgezahlt. Ich bin heute schon All in gegangen und auch morgen habe ich nichts zu verlieren oder zu verteidigen, daher werde ich versuchen, an den richtigen Stellen Gas zu geben“, so Katich. Tim Tillmanns fand am Samstag erst etwas später zu seinem Rhythmus: „Die ersten Neun waren heute nicht so gut. Dann lief es besser, die Putts sind gefallen und ich konnte das Momentum nutzen. Morgen wird nichts mehr verwaltet – da gilt nur noch absolut Vollgas.“
Und auch Hurly Long (70 am Samstag, gesamt -8) darf sich als T19 noch berechtigte Hoffnungen auf ein Top-Ergebnis machen beim Heimspiel. Den Kontakt zur Spitze ein wenig verloren haben dagegen Philipp Macionga (71) und Michael Hirmer (72), die jeweils bei -6 Rang 32 teilen nach Runde drei am Samstag, an dem zahlreiche Zuschauer auf der Anlage unterwegs waren, um vor allem die sechs deutschen Spieler zu unterstützen. Vor der Entscheidung am Sonntag führt der Südafrikaner JC Ritchie (-18) bereits fünf Schläge vor dem Dänen Jeppe Kristian Andersen (-13) und einer Verfolgergruppe auf Rang drei, zu der zwei Italiener und zwei Franzosen gehören.
Am frühen Nachmittag hatten einige hoffnungsvolle deutsche Nachwuchstalente im Alter zwischen 9 und 13 Jahre die Möglichkeit, beim Beat the Pro gegen die Stars der HotelPlanner Tour zu spielen. Dazu wurde Grün neun mitten im Turnier zur Bühne des Duells „Klein gegen Groß“ im German-Challenge-Style. Die Kids sammelten fleißig Autogramme und freuten sich riesig über die tolle Chance, Erfahrungen zu sammeln. Außerdem spannend für die Zuschauer: Wegen des angesagten Gewitters am späten Sonntagnachmittag wird die Finalrunde von zwei Tees gestartet. Die erste Gruppe schlägt um 8:15 Uhr ab, das Top-Trio geht um 9:59 Uhr an Tee eins raus. Es lohnt sich also, frühmorgens vorbeizuschauen, Profigolf kompakt und hautnah zu erleben und dabei zu sein, wenn der fünfte Champion der German Challenge powered by VcG gekürt wird.






