Beflügelt vom BMW-Event in der Vorwoche: Thomas Schmidt startet mit einer bogeyfreien 67 in die German Challenge powered by VcG und ist nach Tag eins Bester der 22 deutschen Teilnehmer. | © DGV/Kirmaier

Schmidt starker Dritter nach Tag eins

Thomas Schmidt hatte vor einer Woche noch seine Premiere auf der DP World Tour gefeiert. „Die BMW International Open war so etwas wie der Sprung ins kalte Wasser. Das war die ganz große Bühne. Hier ist es zwar immer noch ein Profi-Event, aber deutlich entspannter vom Kopf her. Man ist nicht dauerhaft auf Adrenalin. Das hat schon geholfen. Heute war es einfach fehlerfrei plus Eagle mit Pitch aus 60 Metern – das hilft. Sonst war es langweiliges Golf mit Zwei-Putt-Par oder Birdies“, berichtet Schmidt nach seiner starken Auftaktrunde.

 

Er wolle die Tage im Wittelsbacher GC genießen, die frühe Startzeit am Freitagmorgen für eine weitere tiefe Runde nutzen und schauen, was für ihn drin ist an seinen letzten Tagen als Amateur. Nach dem Turnier der HotelPlanner Tour steht noch der letzte Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf an, an dem er mit seinem GC Hösel noch den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Nord eintüten möchte. „Und danach geht’s wahrscheinlich ins Profilager.“ Dass er auf der Tour mitspielen kann, hat er in Runde eins im durchaus anspruchsvollen Wittelsbacher GC eindrucksvoll bewiesen. Drei Birdies, ein Eagle und keine Schlagverluste – das kann sich mehr als sehen lassen.

 

Ein echtes Heimspiel ist die German Challenge powered by VcG für Linus Lang. Der 24-Jährige wohnt wenige Kilometer vom Wittelsbacher GC entfernt, kennt die Wiese bestens und freut sich über eine 69 zum Auftakt des einzigen Events der HotelPlanner Tour auf deutschem Boden. Damit gehört Lang hinter Thomas Schmidt zu den besten Deutschen in der Eröffnungsrunde und war dementsprechend gut gelaunt an einem sonnigen Donnerstag bei optimalen Bedingungen.

„Dieses Turnier ist ein Höhepunkt im Jahr, da ich in Nürnberg wohne und während des Events zu Hause schlafen kann. Das schafft eine ganz andere Stimmung, eine Wohlfühl-Atmosphäre, weil es wie zu Hause ist, ganz anders als sonst, wenn man auf Reisen ist“, so Lang. Auch von der Organisation sei die German Challenge ein ganz besonderes Turnier für alle deutschen Pros. Er habe in dieser Saison bisher eine ziemliche Achterbahnfahrt erlebt. Wichtig sei im Wittelsbacher GC, den Ball ins Spiel zu bringen, die Fairways zu treffen, um gute Chancen auf dem Grün zu bekommen. 

 

Das hat auch Christian Bräunig in Runde eins sehr gut hinbekommen. Der Mainzer hatte zwar einen etwas längeren Anfahrtsweg nach Neuburg an der Donau, mit seiner 68 (-4) gehörte er allerdings ebenso zu den besten Deutschen und teilt zum Auftakt Rang neun unter anderen mit Golf-Globetrotter Velten Meyer. Bräunig: „Es war ehrlich gesagt eine etwas komische Runde. Meine größte Stärke ist eigentlich das lange Spiel, und das war heute nicht so gut – aber ich habe extrem gut geputtet. Dadurch bin ich immer mehr reingekommen. Gerade am Anfang habe ich ein paar Grüns verfehlt, aber immer wieder gute Up-and-Downs gemacht, und das hat mir eine gewisse Ruhe gegeben.“

 

Bräunig war nach dem ersten Durchgang wie fast alle 22 deutschen Teilnehmer begeistert vom Platz des Wittelsbacher GC, der sich einmal mehr bei Top-Bedingungen in einem hervorragenden Zustand präsentiert – allerdings auch sehr fordernd ist. Bräunig: „Der Platz ist durch das Layout und die Länge ohnehin schon schwer genug. Man sieht das auch an den Scores: Die waren heute, bei eigentlich perfekten Bedingungen, nicht besonders niedrig. Hier wird man für jeden Fehler sofort knallhart bestraft – aber so muss es auch sein, finde ich. Wenn man eine ordentliche Runde spielt, kann man sich auch von weiter hinten wieder nach vorne spielen. Er ist super selektiv, und so soll es eigentlich auch sein.“

Was auch Nicolas Horder zu spüren bekam. Für den Pro aus dem GC München Valley ist die German Challenge ebenso ein Heimspiel, zu dem Freunde und Familie gerne vorbeischauen. „Das ist ein top organisiertes Turnier und es hat einen sehr großen Stellenwert im Kalender der deutschen Pros. Für mich ist es vielleicht nochmal eher ein Heimspiel als für Pros aus Hamburg. Der Platz ist der beste in ganz Deutschland; ich freue mich sehr, zumal es mein erstes Turnier auf der HotelPlanner Tour in diesem Jahr ist“, so Horder. Er hat in dieser Saison einen vollen Kalender auf der Pro Golf Tour, auf der er in diesem Jahr auch schon gewinnen konnte. Wie stark das Feld bei der sechsten Auflage der German Challenge besetzt ist, zeigt der Fakt, dass mit Chris Wood ein ehemaliger Ryder-Cup-Spieler am Tee steht. Der Engländer war mit Max Kieffer unterwegs, der ebenfalls bereits auf der DP World Tour gewinnen konnte, und steht nach einer 66 (-6) auf Rang zwei. 

 

Den besten Score des Tages brachte allerdings der Tscheche Filip Mruzek auf die Clubterrasse. Er schrieb sich auf seinen ersten neun Löchern sieben Birdies auf die Karte und liefert eine starke 64 (-8) ab. Mruzek: „Es war eine großartige Runde, besonders auf den ersten neun Löchern. Ich weiß, dass man an Tagen wie diesen geduldig sein und sich auf jeden einzelnen Schlag konzentrieren muss. Ich habe versucht, vom Abschlag und dann vom Fairway aus gute Schläge zu machen und mir so viele Puttchancen wie möglich zu verschaffen. Es hätte heute noch mehr sein können, aber mit -8 bin ich mehr als zufrieden. Heute hatte ich einen guten Rhythmus mit meinem Putter, was ein wichtiger Faktor war. Ich habe die Breaks sehr leicht erkannt, was mir auf den ersten neun Löchern ebenfalls geholfen hat.“

 

Der Tschechen hatte Mitte Juni die Interwetten Open in Schladming gewonnen und muss spätestens nach seiner Fabelrunde im Wittelsbacher GC zum engeren Favoritenkreis gezählt werden. Die 64 zum Auftakt bedeutete Platzrekord. Zwar hatte Matti Schmid bei der German Challenge 2021 eine 63 gespielt, damals war der Kurs allerdings noch Par 71.

 

 

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